Interpersonelle Psychotherapie (IPT)

Die Interpersonelle Psychotherapie (IPT) stellt ein außerordentlich effektives Therapieverfahren dar, das speziell auf die Behandlung von Depressionen zugeschnitten und deren Wirksamkeit vielfach nachgewiesen wurde.  Die IPT erklärt eine depressive Störung als multifaktoriell bedingte Erkrankung, die sich stets in einem zwischenmenschlichen und psychosozialen Kontext entwickelt. Der hauptsächliche Fokus berücksichtigt nicht nur den Einzelnen, sondern sein gesamtes Bezugssystem. Aus diesem Grund setzt die therapeutische Arbeit an den aktuellen Lebensbezügen des Patienten an, die im Zusammenhang zur depressiven Episode stehen (z.B. Einsamkeit/soziale Defizite, zwischenmenschliche Konflikte, Rollenveränderungen z.B. im Rahmen von Mutterschaft oder Pensionierung, Trauer und Verluste). Neben der emotionalen Bearbeitung der interpersonellen Probleme und der Vermittlung sozialer Fertigkeiten zur Bewältigung der Schwierigkeiten, wird der konstruktive Umgang und die Reduzierung depressiver Symptome durch die Vermittlung wirkungsvoller Strategien erreicht. Spezifische interpersonelle Techniken (z.B. Kommunikationsanalysen) wie auch Techniken anderer Therapieschulen (z.B. Rollenspiele) werden eingesetzt und haben sich in der empirischen Überprüfung als erfolgreich erwiesen.


Die IPT wird als Gruppentherapie durchgeführt. Sie hat einen strukturierten, edukativen (d.h. erklärenden) und übungsorientierten Charakter und basiert auf der aktiven Mitarbeit des Patienten (eigenständiges Erarbeiten von Materialen, Hausaufgaben zur Übung und Verfestigung erlernter Strategien).