Klinische Studien zur Behandlung der Depression mit transkranieller Magnetstimulation (TMS)

Die Depression ist eine weit verbreitete Erkrankung, von der bis zu 20% aller Menschen im Verlauf ihres Lebens betroffen sind. Bei einem Drittel der Patienten spricht die Erkrankung leider nicht ausreichend auf eine Behandlung mit Medikamenten und Psychotherapie an. Aus diesem Grund wurde in den letzten Jahren die Entwicklung hirnstimulatorischer Behandlungsverfahren für die Depression entscheidend vorangetrieben.

Unter diesen Behandlungsverfahren ist die transkranielle Magnetstimulation (TMS) besonders sanft und schonend, da hierbei weder ein Krampfanfall ausgelöst wird noch eine Narkose erforderlich ist. Weltweit wurde die TMS erfolgreich in mehreren Therapiestudien eingesetzt.

Bei der TMS werden mittels einer an den Kopf gehaltenen Magnetspule darunter liegende Hirngebiete stimuliert, was den Energiestoffwechsel der Nervenzellen anregt und eine antidepressive Wirkung erzielt. Die TMS ermöglicht auf diese Weise eine schmerzfreie, sanfte und schonende Behandlung der Depression. Um ihre Wirkung entfalten zu können, ist über einen Zeitraum von drei Wochen täglich eine ca. einstündige Behandlungssitzung notwendig. Eine zeitgleich dazu erfolgende medikamentöse und psychotherapeutische Behandlung wird von einer zusätzlichen TMS-Therapie nicht störend beeinflusst.

Eine Besonderheit der TMS-Therapie in unserer Klinik ist der Einsatz modernster Neuronavigation. Um das zu stimulierende Hirngebiet möglichst exakt lokalisieren zu können, wird vor der ersten TMS-Sitzung ein Schichtbild des Kopfes (Magnetresonanztomographie, MRT) angefertigt. Ausgehend von dieser Aufnahme wird ein digitales Modell des Gehirns erstellt, so dass individuelle Unterschiede in der Hirnanatomie bei der Ausrichtung der Magnetspule berücksichtigt werden. Eine solche neuronavigierte TMS-Therapie wird nur in wenigen Zentren angeboten und hat das Potenzial, dass ein antidepressiver Effekt nicht nur rascher eintritt, sondern auch nachhaltiger wirkt. Dieses Potenzial wird derzeit in mehreren klinischen Studien geprüft, die durch das Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie (MIWFT) des Landes Nordrhein-Westfalen und durch die Universität Bonn gefördert werden.

Wenn Sie Interesse an einer Studienteilnahme haben und sich für ein Beratungsgespräch anmelden möchten, kontaktieren Sie bitte den oberärztlichen Leiter der Arbeitsgruppe Neuromodulation of Emotion (NEMO) oder seinen Mitarbeiter:

Prof. Dr. Dr. med. René Hurlemann
Stellvertretender Direktor der Klinik und Leiter der Arbeitsgruppe NEMO
Tel.: +49 (0)228 287-15057
E-mail: renehurlemann@me.com

Mag. Clemens Mielacher
TMS-Spezialist der Arbeitsgruppe NEMO
Tel.: +49 (0)228 287-11519
E-mail: Clemens.Mielacher@ukb.uni-bonn.de