Ältere Menschen mit Psychose

Die besonderen Problemlagen und Bedürfnisse älterer Menschen mit einer schizophrenen Psychose müssen in der Behandlung berücksichtigt werden.

Ältere Patienten haben haben ein erhöhtes Risiko für körperliche Erkrankungen (z.B. Diabetes) und auch das Beschwerdebild ist anders als bei jüngeren Patienten. Störungen von Gedächtnis und Konzentrationsvermögen können stärker ausgeprägt, die Aktivitäten des täglichen Lebens dadurch stärker eingeschränkt sein.

Oft steht eine anhaltende Negativ-Symptomatik (z.B. Antriebsmangel, Depressivität) im Vordergrund, wahnhafte und halluzinatorische Erlebnisse sind hingegen seltener bzw. besser in die Lebensführung integriert als bei jüngeren Patienten.

Die Wirksamkeit der kognitiven Verhaltenstherapie in Ergänzung einer medikamentösen Behandlung ist für jüngere Patienten gut belegt. Aber es fehlen bisher Studien mit älteren Patienten und damit Evidenz für die Wirksamkeit psychotherapeutischer Behandlungsangebote.

Das Bundesforschungsministerium fördert daher eine Studie, bei der die Universitätskliniken Essen, Tübingen und Bonn zusammenarbeiten. Ziel ist einerseits, die Lebenssituation, das Beschwerdebild und die Behandlungsbedürfnisse älterer Patienten (über 55 Jahren) mit einer schizophrenen Psychose besser zu verstehen. Dazu werden über 15 Monate hinweg regelmäßig Befragungen bei allen Patienten durchgeführt. Zufällig ausgewählt erhölt die Hälfte der Patienten zudem eine kostenfreie ambulante kognitive Verhaltestherapie. Diese individuell angepasste Therapie beinhaltet z.B. eine körperliche und soziale Aktivierung oder die Stärkung der Fähigkeiten zur Lösung von Alltagsproblemen.

Alle Teilnehmer an dieser von März 2012 bis Juli 2013 laufenden Studie erhalten eine Aufwandsentschädigung für Fahrtkosten und für den zeitlichen Aufwand bei der Befragung und leisten einen wichtigen Beitrag zu einer besseren Versorgung.