Demenzen

Was ist eine Demenz?

Unter Demenz versteht man eine Verschlechterung der geistigen (kognitiven) Fähigkeiten, z.B. des Gedächtnisses, der Sprache oder der Orientierung, die so umfassend ist, dass Alltagstätigkeiten beeinträchtigt sind. Demenzerkrankungen treten meistens im höheren Lebensalter auf. Sie beginnen zumeist langsam und schreiten langsam fort. Im späten Stadium der Demenz besteht Pflegebedürftigkeit. Zahlreiche bekannte Persönlichkeiten, wie Rudi Assauer, Walter Jens oder Margret Thatcher sind an einer Demenz erkrankt.

Viele Menschen erleben beim Älterwerden eine nachlassende Gedächtnisleistung. Dies ist an sich keine Erkrankung. Wenn jedoch regelmäßig wichtige Dinge des Alltags vergessen werden und dies auch Angehörigen auffällt, kann das ein Anzeichen für eine Gedächtnisstörung oder eine beginnende Demenz sein. In diesem Fall empfehlen wir eine frühe diagnostische Klärung.

Welche Formen der Demenz gibt es?

Die häufigste Form der Demenz ist die Alzheimer-Erkrankung. Weitere wichtige Formen sind die vaskuläre Demenz (Durchblutungsstörungen des Gehirns), die frontotemporale Demenz und die Parkinson’sche sowie damit verwandte Erkrankungen. Allerdings können auch eine Depression, die Einnahmen von Medikamenten oder übermäßiger und regelmäßiger Alkoholkonsum starke Gedächtnisstörungen verursachen.

Risikofaktoren für das Auftreten einer Demenz sind Diabetes Mellitus, Hypertonie, Bewegungsmangel und Rauchen, insbesondere im mittleren Lebensalter. Schützend wirken körperliche und geistige Aktivität, soziale Kontakte und mediterrane Ernährung (Gemüse, Obst, Fisch, pflanzliche Öle).

Wie wird eine Demenz diagnostiziert?

An der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Bonn existiert eine Spezialambulanz für Gedächtnisstörungen und Demenzen (Klinisches Behandlungs- und Forschungszentrum für neurodegenerative Erkrankungen, KBFZ). Diese Einrichtung wird zusammen mit der Klinik für Neurologie betrieben.

Hier werden Untersuchunge durchgeführt, um frühzeitig eine Demenz und die Ursachen dafür zu erkennen. Zu den Untersuchungen gehören spezialisierte Tests, Laboruntersuchungen von Blut und eventuell Liquor (Nervenwasser) sowie bildgebende Untersuchungen des Kopfes (z.B. Kernspintomographie, MRT).

Wie kann eine Demenz behandelt werden?

Grundlage der Therapie ist eine frühe und sorgfältige Diagnostik. Im Anschluss folgt eine ausführliche Beratung von Patienten und Angehörigen. Die Beratung umfasst neben der Möglichkeit von medikamentöser Therapie auch Fragen zum Umgang mit der Erkrankung, Betreuungsmöglichkeiten und zu rechtlichen Themen.

Je nach Ursache der Gedächtnisstörung oder Demenz können medikamentöse Therapien sinnvoll sein. Bei der Alzheimer Erkrankung gibt es Medikamente, die den Verlauf der Symptome verzögern können. Ein früher Therapiebeginn ist besonders zu empfehlen.

Manchmal ist es notwendig begleitende Symptome, wie z.B. Depression oder Schlafstörungen zu behandeln. Auch hierfür stehen Medikamente zur Verfügung.

In unserer Klinik besteht die Möglichkeit an wissenschaftlichen Studien mit neuesten Diagnostik- und Behandlungsverfahren teilzunehmen. Solche Studien werden im KBFZ (Klinisches Behandlungs- und Forschungszentrum für neurodegenerative Erkrankungen) angeboten.

Klinisches Behandlungs- und Forschungszentrum für neurodegenerative Erkrankungen (KBFZ)